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Ein Pascha zu Ostern
Ein echter Pascha kann Verschiedenes sein, zu Ostern zB. lecker und süß

„Ohne einen echten Pascha ist Ostern nicht Ostern“, sagt Opa. „Früher hatten wir immer einen.“
„Einen Pascha?“, fragt Oma. „Ich denke, Paschas sind in unseren Zeiten abgeschafft. Hoho! Man stelle sich vor: Opa will ein Pascha sein.“
„Was ist ein Pascha?“, erkundigt sich Pia.
„Ein mächtiger Beamter war das früher. Vor allem in der Türkei und in Ägypten“, erklärt Pit, der in der Schule davon gehört hat. „Aber solche Paschas gibt es dort schon lange nicht mehr.“
„Und energische, strenge Männer, die sich gerne von ihren Frauen bedienen lassen, sollte es auch schon eine Weile nicht mehr geben“, warf Oma ein. „Sie nannte man nämlich auch Pascha. Obwohl“, sie zögerte. „Wenn ich es mir so recht überlege, könnte man manchmal meinen, du bist auch heute noch so etwas wie ein Pascha.“ Sie sah Opa an und grinste. „Neulich zum Beispiel, als du unbedingt …“
„Was redest du da? Ich bin doch kein Pascha!“ Opa ist beleidigt. „Ich befehle dir nicht, mich zu bedienen. Ha! Ich doch nicht.“
„Doch“, ruft Pia, die die Sache mit dem Pascha sehr witzig findet. „Vorhin hast du Oma gefragt, ob deine Schuhe schon geputzt sind und gestern hast du den ganzen Nachmittag am Computer gesessen und Oma hat dir Kaffee und Kuchen und Käsebrote gebracht wie eine Dienerin.“
„A-a-aber das ist doch etwas anderes.“ Opa fängt an zu stammeln. „I-i-ich habe gearbeitet und Oma wollte mich nicht dabei stören.“
„Du hast Schach gespielt und Freunde hast du im Internet bei Twitter getroffen. Ich hab’s genau gesehen. Immer wieder gelacht hast du. Und Oma musste arbeiten. In der Küche.“
„Aber das ist doch …“ Opa verschlägt es die Sprache, und das ist gut so, denn eine passende Antwort fällt ihm da nun gerade nicht ein.
Pia und Pit aber müssen lachen. „Hihi! Opa ist ein Pascha. Hihi.“
Auch Oma grinst. Zu witzig sieht Opa aus, wie er nach Worten ringt.
„Nun ja“, erlöst sie ihn schließlich. „Ich habe Opa freiwillig bedient. Ein echter Pascha hilft nie im Haushalt und er wird böse, wenn man seinen Befehlen nicht Folge leistet.“
„Und was ist dann dein echter Pascha, den man an Ostern braucht?“, fragt Pia Opa.
„Ei-ei-ne Quarkspeise“, stammelt Opa. „Meine Großmutter hat sie zu Ostern zubereitet. Das Rezept stammt aus Russland wie Großmutter auch und dort ist ‚Pascha‘ so etwas wie eine Ostertradition. Man isst …“
Er kommt nicht weiter, weil nun alle wieder lachen müssen.
So ein Quark aber auch.

© Elke Bräunling

Wer einen „echten“ Pascha ausprobieren, pardon, essen möchte, der findet hier das Rezept zur Zubereitung: Pascha

Aus dem neuen Buch: Omas Frühlingsgeschichten


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