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Das Osterlamm

Am Ostersonntag ist der Himmel trübe. Die Sonne hat sich hinter Wolken versteckt.
Auch Lillys Laune ist ein bisschen trübe. Zum ersten Mal feiern sie Ostern nämlich ohne die Großeltern. Die sind verreist und Lilly fühlt sich mit Mama und Papa irgendwie alleine.
„Lasst uns einen Ausflug ins Grüne machen und die Sonne suchen!“, schlägt Papa nach dem Mittagessen vor.
„Und wir suchen den echten Osterhasen!“, sagt Lilly. „Vielleicht treffen wir ihn im Wald oder auf einer Wiese.“
Mama wiegt bedenklich den Kopf. „Der Osterhase hat seinen Job längst erledigt. Aber vielleicht entdecken wir eine Schafherde mit kleinen Osterlämmern.“
„Osterlämmer? Echte?“ Auch nicht schlecht, findet Lilly. „Wann fahren wir?“
„Gleich?“, fragt Papa.
Lilly nickt. „Gleich.“
Und ziemlich „gleich“ sind sie unterwegs. Es dauert nicht lange, bis sie den großen Wald mit den sanften, runden Bergen, den Wiesen und Feldern, den Dörfern und kleinen Städtchen erreichen. In einem abgeschiedenen Tal entdecken sie auf einer Wiese am Hang eine Schafherde mit vielen Lämmern.
„Wie niedlich sie sind!“, ruft Lilly. Gar nicht losreißen kann es sich von der Schafherde. Und weil nun auch die Sonne zwischen den Wolken hervor blinzelt und die Frühlingswelt mit ihren Strahlen wärmt, machen Mama, Papa und Lilly einen Spaziergang um die Schafswiese. Es macht Spaß, zuzusehen, wie die Lämmchen ihren Müttern folgen, wie sie Milch trinken und ein bisschen an den jungen Grasspitzen knabbern, wie sie neugierig die Wiesenwelt erkunden und miteinander spielen.
„Jetzt mag ich Ostern wieder leiden“, sagt Lilly zu Mama und Papa. „So schön ist es hier! Und mit Osterlämmern fühlt sich Ostern richtig echt an und …“
Sie stutzt und deutet mit weit aufgerissenen Augen zur Nachbarweide hinüber.
„Oh! Dort! Seht ihr? Dort drüben steht noch ein Osterlamm. Und wie groß es ist! Das möchte ich mir ansehen.“
Papa stutzt auch. „Das sind wirklich ein großes Lamm … ahh …“, sagt er und folgt Lilly. „Ein sehr großes sogar.“ Er schüttelt verwundert den Kopf, staunt.
„Hurra!“, ruft Lilly. „Das ist ein ganz echtes Osterlamm. Weil es so anders es und so groß und so schön.“
„Ein Wunderlamm ist’s“, meint Mama, die ein bisschen blass geworden ist.
„Falsch“, sagt Papa und grinst. „Es ist ein Lama. Ein Osterlama.“
Und während sich Mama noch wundert und „wie kommt ein Lama in diese Waldgegend?“ murmelt, läuft Lilly schon auf jenes Osterlamm, pardon, Osterlama zu und freut sich. Was für eine tolle Osterüberraschung!

„Oster“Lamas sind mir übrigens neulich wirklich in einem Odenwaldtal auf einer Weide begegnet. Es sind die Odenwaldlamas und du kannst sie besuchen und sogar Spaziergänge und kleine Ausflüge mit ihnen machen. Das ist ein Riesenspaß und … Doch halt! Das ist eine andere Geschichte …

© Elke Bräunling

Diese Geschichte findest du in einer kürzeren Fassung hier: Eine tolle Osterüberraschung
Hier geht es auch um Osterlämmer: „Osterlämmer sind süß“

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Diese Geschichte findest du in dem  NEUEN Buch: Omas Geschichten durchs Jahr

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