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Louise besucht den Osterhasen

In diesem Jahr wünscht sich Lou kein Osternest im Garten. „Ich will den Osterhasen besuchen“, sagt sie. „Dort, wo er mit seinen Hasenfreunden wohnt.“
„Hasen sind scheue Tiere“, meint Papa.
„Ich glaube, das wird ihm nicht gefallen“, versucht es Mama.
„Er muss nicht mit mir reden“, sagt Lou. „Ein Osternest wünsche ich mir auch nicht und so hat er keine Arbeit mit mir.“
„Louise, oh Louise!“, seufzt Opa. Er lächelt. „Du immer mit deinen Ideen!“
Lou grinst. Irgendwie kommt ihr die Sache mit dem Osterhasen nämlich komisch vor und irgendwie glaubt sie auch nicht mehr so recht an Hasen, die Eier bemalen und sie am Ostermorgen in Osternester legen.
„In den Feldern am Bachwald sehe ich morgens beim Walking oft Hasen“, überlegt Opa. „Vielleicht wohnt dort der Osterhase?“
„Hm!“, macht Papa. Er zwinkert Mama zu. „Man könnte ihn besuchen.“
„Eine gute Idee“, sagt Mama, die nun nicht mehr ratlos ist, schnell. „Das machen wir!“
Und das tun sie auch. Früh am Ostermorgen, als Papa noch schläft, machen sich Lou, Mama und Opa auf den Weg. Sie kommen an Gärten vorbei, in denen Osternester mit glitzernden Eiern und funkelnden Schokohasen darauf warten, gefunden zu werden.
„Oh!“, sagt Mama. „Der Osterhase ist heute Morgen fleißig gewesen.“
Lou nickt und geht schneller. „Vielleicht treffen wir ihn noch“, sagt sie. Sie rennt nun fast und Mama und Opa hasten keuchend hinter ihr her.
Bald haben sie die Felder erreicht. Dünne Nebelschwaden liegen über dem Boden, an Gräsern und Pflanzen hängen Tautropfen wie Perlen an einer Kette. Sie glitzern und funkeln im Licht der ersten Sonnenstrahlen. Schön sieht das aus! Schöner als das Glitzern und Funkeln in den Osternestern, findet Lou. Und echter.
„Osterhase!“, ruft sie über die Felder. „Wo bist du?“
„Osterhase!“, rufen auch Mama und Opa. „Wo bist du?“
Nichts. Kein Osterhase ist an diesem Morgen hier zu sehen.
„Das verstehe ich nicht“, brummt Opa. Er klingt enttäuscht. „Sonst wimmelt es hier von Hasen.“
„Tja“, meint Mama und sie klingt ein bisschen verärgert. „Das war keine gute Idee.“
„Ist doch klar“, sagt Lou. „Die Hasen sind alle unterwegs.“ Sie kichert. „Sie müssen noch viele Osternester füllen.“
Da raschelt es in den Büschen am Feldrand.
„Der Osterhase!“, rufen Mama und Opa.
Der Osterhase? Ob es ihn wirklich in echt gibt? Lou starrt zu den Büschen hinüber, dann geht sie langsam ein paar Schritte näher.
Es raschelt wieder und ein Reh jagt leichtfüßig über die Felder zum Wald hinüber.
„Ein Reh!“, staunt Lou. „Toll! Wir haben ein Reh gesehen.“
„Und sieh nur“, ruft Mama. „Wie es glitzert und funkelt in den Büschen! Lass uns dort mal nachsehen!“
„Vielleicht ist es ein Osterreh!“, überlegt Opa laut.
Ein Osterreh? Vorsichtig geht Lou zu den Büschen hinüber und findet dort ein Nest mit glitzernden Ostereiern und einem funkelnden Schokohasen. Ja, und wenn sie nicht zufällig drüben am Waldparkplatz Papas Auto gesehen hätte, hätte sie die Sache mit dem Osterreh sogar beinahe geglaubt.

© Elke Bräunling

Osterhasi im Wald

Diese Geschichte findest du in einer kürzeren Fassung hier: Osterhase oder Osterreh oder in dem Buch „Eine Geschichte für Dich – Ostern“

Taschenbuch: Eine Geschichte für Dich – Ostern: Ostergeschichten und -lieder fuer Kinder
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