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Als die Küken dem Osterhasen halfen

„Bleibt nicht so lange fort und macht euch nicht schmutzig“, gab Frau Henne ihren Küken mit auf den Weg. Die Kinder wollten raus und das war Frau Henne Recht, denn jetzt vor Ostern hatte sie alle Flügel voll zu tun.
Kalli, Franz und Hedwig hüpften vergnügt los.
Am Abend kam zuerst Hedwig zurück.
„Da bist du ja endlich!“ Frau Henne hatte sich Sorgen gemacht.
„Wo sind denn deine Brüder?“
„Die kommen auch“, antwortete Hedwig und versuchte, sich an der Mutter vorbei zu schleichen. Sie gab sich Mühe, ihre Rückseite zu verbergen.
„Da sind wir schon“, riefen Kalli und Franz schon von weitem und Hedwig nutzte die Gelegenheit, sich in eine Pfütze plumpsen zu lassen.
„Komm sofort da raus!“, schimpfte die Mutter und half mit dem Schnabel nach.
„Was ist denn das, du bist ja ganz grün auf der Rückseite.“
Aufgeregt schlug Frau Henne mit den Flügeln. Kalli und Franz zogen es vor, der Mutter gleich zu zeigen, dass sie ebenfalls bunte Hinterteile hatte. Kallis war blau und Franz’ Po leuchtete pinkfarben.
„Das darf ja wohl nicht wahr sein.“ Frau Henne war so laut geworden, dass die Bäuerin besorgt aus dem Fenster schaute, ob die Katze wieder die Hühner ärgerte.
Sie sah aber nur ein aufgeregtes Huhn, das seine Kinder in einer Pfütze badete und lächelte. ‚Ganz wie bei uns Menschen’, dachte sie und schloss das Fenster.
Die Kükenrückseiten waren wieder sauber und Frau Henne schickte die Kinder ins Nest. Die drei hatten nicht verraten, woher die Farbe stammte.
Als die Küken am nächsten Morgen wieder losziehen wollten, folgte die Mutter ihnen heimlich. Die drei steuerten die Malschule vom Osterhasen an, der vor der Tür auf sie wartete.
„Da seid ihr ja!“, rief er und hüpfte ihnen vergnügt entgegen.
„Ohne euch müssten die Kinder wohl in diesem Jahr auf die Ostereier verzichten. Ich bin so dankbar für eure Hilfe, kommt rein!“
Frau Henne stutzte, vorsichtig näherte sie sich dem Fenster der Malstube und schaute hinein. Der Osterhase tauchte Hedwigs Po gerade in den grünen Farbtopf. Dann stellte er sie auf den Tisch. Danach kam der Franz dran, er wurde ins Blau getaucht, der Kalli in den pinkfarbenen Topf. Die drei standen nebeneinander auf dem Tisch, als der Osterhase auf den Knopf vom Kassettenrekorder drückte und der Ententanz erklang. Hedwig, Franz und Kalli wackelten im Takt mit den Hinterteilen und der Osterhase, seine Frau und die Kinder nahmen sich jeweils ein weißes Ei und hielten es ein paar Sekunden an jeden Kükenpo. Ruckzuck war eine ganze Palette mit Eiern gefärbt.
Das sah so lustig aus, dass Frau Henne draußen vorm Fenster laut lachen musste.
Schuldbewusst drehte sich der Osterhase zu ihr um.
„Kommen Sie doch rein und entschuldigen Sie vielmals, dass ich ihre Kinder für meine Arbeit einspanne, aber mir sind sämtliche Malpinsel abhanden gekommen und da kam ihre Hedwig auf die Idee, mir zu helfen. Ein tüchtiges Mädchen übrigens.“
Man kann sich vorstellen, wie stolz Frau Henne war und sie schimpfte auch gar nicht mehr über die Farbe im Gefieder. Wozu gab es denn Pfützen?

© Regina Meier zu Verl

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