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Janosch und das Ostergedicht

Janosch soll ein Ostergedicht schreiben. Das ist die Hausaufgabe für den nächsten Tag und Janosch hat auch schon eine Idee.
„Zum Nachdenken brauche ich aber einen Schokoladenpudding“, erklärt er seiner Mutter. „Ohne Schokoladenpudding geht nichts …“
Frau Werning grinst, sie kennt ja ihren Sohn. Bei jeder Gelegenheit will er Schokoladenpudding essen. Ein richtiges Schleckermaul ist er, der Janosch.
„Fang du nur mit dem Gedicht an, ich koche einen Pudding, wenn du mir eine Idee zeigst, bekommst du ein Schälchen!“, verspricht sie und macht sich gleich an die Arbeit.
Janosch kaut auf seinem Bleistift herum und dann schreibt er:

Im Frühling feiern wir ein Fest
und bauen uns ein Osternest,
aus Moos und kleinen Zweigen

„Mama, was reimt sich denn auf „Zweigen“?“, ruft er seiner Mutter zu.
„Steigen, Geigen, zeigen, neigen, Reigen“, antwortet Mama. Doch da ist noch nicht das Richtige dabei, findet Janosch. Er überlegt und überlegt. Dann zerknüllt der das Blatt und fängt noch einmal von vorn an.

Die Ostereier sind schön bunt,
sie sind oval und gar nicht rund.

„Ach nein, das ist ja blöd. Jedes Kind weiß, dass Eier nicht rund sind. Da muss ich mir was Besseres einfallen lassen!“, stöhnt Janosch und macht einen weiteren Versuch.

In jedem Jahr, am Ostermorgen,
da mache ich mir große Sorgen,
ob denn der Hase auch gefunden
mein Nest, das ich so schön gebunden,
aus Weidenruten und aus Moos,
nicht zu klein und nicht zu groß.

Die erste Strophe ist fertig, Janosch ist zufrieden. Frau Müller, die Lehrerin, hat gesagt, dass die Schüler anschließend die Silben des Gedichtes zählen sollen, damit auch alles passt. Janosch zählt: Erste Zeile – neun, zweite Zeile neun, dritte Zeile neun, vierte Zeile neun. Prima, doch dann kommt’s, die beiden letzten Zeilen stimmen nicht, da muss er noch mal ran.

aus Weidenruten und grünem Moos,

Verflixt, Janosch fällt nichts ein, wie er das Problem lösen kann. Wieder kaut er auf dem Bleistift.

aus Weidenruten und grünem Moos,
ist es ganz prima und nicht zu groß.

So, fertig. Janosch marschiert stolz in die Küche und präsentiert seiner Mutter das Gedicht und bekommt auch gleich seine Belohnung.
„Dichten ist schwere Arbeit, den Pudding habe ich mir wohl verdient!“, verkündet er stolz und dann lässt er es sich schmecken.

© Regina Meier zu Verl

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